agricola

agricola header image 2

Schluss mit dem Hokuspokus!

März 19th, 2010 · Keine Kommentare

Hokuspokus ist vermutlich die Verballhornung der Konsekrationsformel HOC EST CORPUS MEUM aus der katholischen Messe, heute versteht man darunter auch ein großes Getue um nicht erkennbare Taten. Für mich steht der Ausdruck für die Sicherung magischer Ritualhandlungen mittels eine zwangshaften bis zwangsneurotischen Konznetration auf sexuell angeblich inaktive männliche Zelebranten, bei denen Pädophilie gedeckt und natürliche Sexualität verdreckt und verboten wird.

Die katholische Kirche erlebt jetzt durch die weltweiten Sexskandale ihren Supergau; die nach dem Mauerfall und der Auflösung der Sowjetunion die letzte weltweit agierende undemokratische und totalitäre Organisation; gefühlsmässig denke ich an die Zerstörung von Jerusalem und seinem Tempel, an die Reformation, die französische Revolution, an den Sturz der Kaiserreiche nach dem 1. Weltkrieg: Darauf werden Monate und Jahre der Orientierungslosikgeit und Neustrukturierung folgen.

Die Agierenden grauen Eminenzen erinnern an die abtretende DDR-Führung vor und nach dem Mauerfall: Hilf- und Sprachlosigkeit angesicht der bestürzenden und umstürzenden Realität: Joseph Ratzinger wie Erich Honegger und Egmund Krenz mit unerschütterlichem Bekenntnis zum wahren Kommunismus bzw. Katholizismus und medial effektvoll organisierten Massenveranstaltungen? Meine Hoffnung ist, dass auch die Gläubigen mit dem fast gleichen Slogan sich bewegen werden: Wir sind die Kirche

Strukturelle Betrachtungen erleichern das Verständnis: In Aegypten waren die grossen Tempel eigentlich Konzerne, auch in Griechenland spielten Tempel als Bankzentren; in Israel war der Tempel Zentrum einer Priesterhierarchie, der Dissidente wie Jesus oder sein Bruder Jakobus und andere zum Opfer gefallen sind. Heute präsentiert sich der Vatikan als der letzte mundiale Tempel mit dem Petersdom als architektonischem Höhepunkt, verwaltet von einer abgekoppelten Priesterkaste bzw. einem hierarchischen Beamtenapparat, genährt und gespiesen von den Gaben der Gläubigen. Jesus würde sich, wäre noch drin, im Grabe umdrehen!

Vor allem auf den Gemeindestufen scheinen mir alle zölibatären Priester in einen Generalverdacht zu geraten, Opfer oder Täter zu sein. Viele gerieren sich mit umständlicher und unverständlicher Hilflosigkeit und verlieren jenen Vertrauenskredit, der schamlos und skrupellos von einzelnen für ihre sexuelle Perversion, von den meisten jahrhundertelang für eine doktrinäre Ideologisierung zugunsten einer klerikalen Machtstruktur missbraucht wurde.

Nach meinem Empfinden haben sogar persönliche Aufrichtigkeit und echte Frömmigkeit zur Zeit einen schweren Stand, weil schon hinter der nächsten Harmlosigkeit sich seelische Abgründe und sexuelle Verkehrungen auftun können.

Dies ist nur eine Seite der Wirklichkeit des zölibatären Priestertums, aber eine schmerzliche, und es ist nötig, dass sie angeschaut wird und die Energie zu einer wirklichen Remedur benutzt wird – die offiziellen Vertröstungen auf Priesterseminarreformen geben sich selber der Lächerlichkeit preis.

Verzeihung: Nicht vergessen sollten wir die Tausenden, die ihre schwere Aufgabe mit Hingabe und Aufopferung erfüllen und wie seinerzeit in der DDR die Kirchen eine eminente Rolle im Aufbruch und der Befreiung spielten.

Hilfe sehe ich nur in der Einsetzung der aktiven SeelsorgerInnen und Pastoralassisistenten, auch als Vorsteherinnen beim Abendmahl, von verheirateten PfarrerInnen in unserer zunehmend orientiungslos werdenden Gesellschaft. Sonst bleibt es weiterhin beim Hokuspokus in sich weiter entleerenden Kirchen.

Tags: ANSTÖSSIGES - ANSTÖSSE

0 Antworten bis jetzt ↓

  • Es gibt keine Kommentare bis jetzt...Trete Sachen weg, die vom Formular runterfallen.

Hinterlasse ein Kommentar